Guten Tag,

heute muss ich Sie siezen, weil das die Frau B so tut. Oder nicht oder doch? Computer sagt nein.

Ach, was solls, wir bleiben beim Du. Immerhin feiern wie zusammen Geburtstag. Da brauchts keine Distanz in der Anrede.

Und schon gar nicht, wenn es um Musik geht. Welche Musik ich mag und welche sie mögen, bespreche ich sowieso erst mit Menschen, die ich irgendwie leiden kann.

 

Martina, die Chefschreiberin von Frau B. hatte am Wochenende Geburtstag. Ohne jetzt hier zu viel über sie und ihren Geschmack zu verraten, kann ich Euch zumindest versichern, dass sie ein Metallica-Fan ist.

Die Keks-Tante wollte natürlich zur Feier des Tages mit einem selbstgemachten Geschenk auftauchen, dass sie vor Freude zum quietschen bringt. Ihr müsst nicht gut im Raten sein, um zu ahnen, dass es Metallica-Kekse gab.

Ich muss Euch allerdings was sagen. Ich steh nicht so auf Metallica. Klar kenn ich ein paar Lieder. Das Intro von nothing else matters bekomm ich wahrscheinlich auch noch hin, ohne dass man gleich übermäßig Ohrenkrebs bekommt. Aber ganz echt, so intensiv wie bei der Vorlagensuche für die Kekse habe ich mich noch nie mit ihnen beschäftigt.

Nachdem die Aufschreie der Menge nun verklungen sind, zeige ich Euch, wie das Logo auf die Metallica-Kekse kommt.

Zuerst also auf Bildersuche im Internet gegangen. Nach einiger Recherche kam ich auf die folgenden Motive, die ich auf die Kekse übertragen wollte.

 

 

Das eigentliche Bandlogo ist so lang, dass ich trotz immens großer Sammlung an Ausstechern mir doch selber mit einem scharfen Messer aushelfen musste. Dazu drucke ich den Schriftzug in Originalgröße aus. Den Schriftzug schneide ich ziemlich knapp an der gedachten Außenkontur aus.

Ein passend großes, ausgerolltes Stück Teig sollte ziemlich kalt, damit fest sein. Das Papier lege ich mit der Schrift nach oben darauf und schneide den Teig entlang der Kontur aus.

   

Mit den anderen ausgestochenen Keksen in passender Form, also Quadrat, Rechteck, großes und kleines Schild, geht’s ab aufs Backblech.

 

Das Icing

Schwarz: zB mit Rainbow Dust Progel Black oder medizinischer Kohle

  • mittelfeste Konsistenz, 2er Tülle zum grundieren / 1,5er Tülle für die Umrandung der Schriftzüge
  • 10 Sekunden Konsistenz, 2er Tülle

Weiß:  zB mit Sugarflair Extra White

  • mittelfeste Konsistenz, 2er Tülle zum grundieren / 1,5er Tülle für die Umrandung der Schriftzüge
  • 10 Sekunden Konsistenz, 2er Tülle

pinke Puderfarbe  *Auf der Cake&Bake eine Entdeckung gemacht: von Rolkem gibt es nicht nur das beste, goldigste Gold. Neon Pink Lustre Dust ist der neueste heiße Sch♥♥♥.*

Pro-Tip:

Noch ein Wort zum Schwarz. Ich rühre von der schwarzen Farbe erstmal so viel unter das Icing, dass es ein dunkles grau wird und lasse es ein, zwei Stunden stehen. Die Farbe entwickelt sich in der Zeit und wird um einiges intensiver. Gerade bei so starke Kontrasten wie schwarz und weiß und hoher Luftfeuchtigkeit ist die Gefahr groß, dass die dunklen in die hellen Farben ausbluten. Wenn das Icing mit Farbe übersättigt ist, steigt die Wahrscheinlichkeit ebenfalls.

     

Die Kekse werden in weiß und schwarz grundiert und über Nacht gut trocknen gelassen. Um den Schriftzug auf die Kekse zu übertragen, kann ich auf meine Zaubermaschine zurückgreifen. Vor einiger Zeit habe ich einem alten Konditor einen Kopykake-Projektor günstig abkaufen können. Der funktioniert wie ein Overhead-Projektor. Das Bild wird aber nach unten projiziert.

Das projizierte Bild zeichne ich mit einem Lebensmittelstift oder direkt mit dem Icing nach. Auch wenn es auf den ersten Blick easypeasy aussieht, habe ich doch eine ganze Weile gebraucht, damit umzugehen. Der Schatten, den die eigene Hand wirft ist nämlich immer genau da, wo ich gerade hin will. Lernkurve und so, ihr wißt schon.

   

Da sitze ich nun also, im Hintergrund läuft die, nicht so ganz live [das Adjektiv bitte], Übertragung von Rock am Ring. Manchmal auch im Vordergrund.  Ein wenig schwelge ich in Sehnsucht. Mal sehen, ob ichs kurzfristig noch auf ein paar Konzerte mehr schaffe, als letztes Jahr…

Räusper, räusper. Zurück zu den Keksen. Für die Umrandung brauche ich jetzt die 1,5er Tülle. Oder, bei meinen neuen Lieblingsspritzbeutel wird nur eine entsprechend kleine Spitze abgeschnitten. Ich nehme die Beutel aufgrund der Nachfrage bald in meinen Shop auf, versprochen.

Nach kurzem Antrocknen fülle ich die Flächen mit dem 10-Sekungen Icing in der entsprechenden Farbe. Nachdem beim vierten Keks die Outlines fertig sind, sind die beim ersten Keks schon so weit, dass es ausgefüllt werden kann.

 

   

Für den pinken habe ich den Keks erst in weiß grundiert und durchtrocknen lassen.

Die pinke Rolkem Puderfarbe von mit einigen Tropfen Alkohol oder Vanilleextrakt vermischt ergibt eine prima „Wasserfarbe“. Die habe ich mit einem Synthetik-Flachpinsel in zwei Schichten aufgetragen.

Mit der 1,5er Tülle und dem mittelfestem Icing frei hand Happy Birthday drauf.

Die schicken Kerlchen habe ich dann nochmal über Nach trocknen lassen und am nächsten Morgen safely in einer Schachtel verpackt. Mit der Schachtel im Gepäck ging dann durch halb Hessen zu den B.s nach Hause. Im Internetz ist sie übrigends hier daheim Was soll ich Euch sagen. Es gab nicht nur quietschen. Sie hüpfte auch. Und hey, wenn ich andern mit dem, was mich erfüllt, eine solche Freude machen kann, dann hüpft mein Herz auch.

In diesem Sinne, alles Feine,

Eure Käthe

 

 







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